Folge unserem ER-WhatsApp-Kanal, auf dem
immer mal wieder interessante Neuigkeiten zum Thema nachhaltige, lokale Ernährung gepostet werden!
Ob nun starke Unwetter, Feuer, Hochwasser, längerfristiger Stromausfall oder Austritt von Gefahrenstoffen - jede*r von uns sollte für sich und seine Familie vorsorgen für den Notfall, und das
auch und gerade in Bezug auf den Lebensmittelvorrat. Wir geben wie versprochen ein paar Tipps:
Am wichtigsten: Wasser
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe empfiehlt, Vorräte und Wasser für 10 Tage bereitzuhalten. Das sind pro Person 21 Liter Wasser; bei einem Dreipersonenhaushalt also schon mal schlappe 63
Liter. Ganz schön viel! Aber ohne Wasser geht wenig: Der Mensch kann länger ohne Essen als ohne Trinken auskommen, und auch für die Essenszubereitung und persönliche Hygiene geht so manches an
Wasser drauf. Natürlich kann man zum Trinken auch andere Getränke nutzen, aber am besten lagerfähig, am vielfältigsten nutzbar und am gesündesten ist immer noch: Wasser.
Lebensmittel
am wichtigsten bei der Auswahl der Lebensmittel ist es, darauf zu achten,
- was die am Haushalt beteiligten Personen mögen und essen können (Spezialnahrung nicht vergessen für Diabetiker, Allergiker, Babys - und Haustiere),
- dass die Lebensmittel auch ohne Kühlung lange gelagert werden können (am besten: kühl, dunkel und trocken in einer geeigneten Verpackung),
- dass über die Hälfte der Lebensmittel auch ohne Strom genießbar ist (oder dass man eine alternative Kochstelle zur Verfügung hat, z.B. einen Campingkocher inkl. Brennmittel, Grill mit
Kohle),
- dass man nach und nach die alten Lebensmittelvorräte verbraucht und durch neue ersetzt - dabei stellt man stellt das neu Gekaufte hinter das ältere Produkt ins Regal ("FIFO" = "first in first
out"-Prinzip).
Am besten ist es, man verschafft sich zunächst einmal eine Übersicht, was man alles schon vorrätig hat und vergleicht dies mit der Liste unten. Der Vorrat sollte einmal im Jahr auf
Verderbsanzeichen und Haltbarkeitsdaten überprüft werden. Hierzu zählt auch der Inhalt des Tiefkühlschranks! Beim Einfrieren muss auf ein paar Dinge geachtet werden, und die verschiedenen
Produkte haben eine unterschiedliche Tiefkühl-Haltbarkeit. Eine gute Tabelle kann man bei Ökotest.de finden. Vor allem wichtig ist, dass das Einfrierdatum auf der
Verpackung notiert wird.
Grundvorrat für eine Person für 10 Tage
- 20-21 Liter Flüssigkeit, am besten Wasser (und davon einen Teil stilles Wasser zum Kochen, etc.).
- 3,5 kg Sättigungsbeilagen wie Getreide(-produkte), Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis - bei der Zubereitung bietet sich an Quellreis, Haferbrei, Müsli, gedämpfte Kartoffeln, Ofenkartoffeln oder
Couscous zu machen, da hier der Wasserverbrauch bei der Zubereitung am geringsten ist. Knäckebrot, Roggenbrot aus der Dose und Kuchen im Glas sind sehr lange haltbar.
- 4 kg Gemüse und Hülsenfrüchte, wobei es hier (ausnahmsweise) sinnvoll ist, schon vorgegarte Hülsenfrüchte statt getrocknete und einen größeren Teil verzehrfertig eingewecktes Gemüse zu
nehmen, damit nicht extra Wasser für die Zubereitung benötigt wird (Beispiele wären Kichererbsen, gelbe Böhnchen, Kidneybohnen, Mais oder Sauerkraut aus der Dose, Antipasti im Glas, Oliven, passierte Tomaten und auch Tomatensoße).
Lagerfähiges Gemüse wie Kürbis, Knollensellerie, Zwiebeln oder Knoblauch halten sich natürlich auch eine gute Weile ohne eingeweckt zu sein. Und wer einen Garten hat, der kann auch einfach
das Gemüsebeet als Teil seines "Lagers" begreifen: Wurzelgemüse wie Rote Bete, Möhren, Pastinaken etwa hält sich am besten direkt in der Erde bzw. man kann einen Mini-Erdkeller bauen oder es in
feuchtem Sand im Keller oder der Garage lagern. Wichtig dabei ist, das Grüne zu entfernen, da es sonst die Wurzel unnötig auslaugt. Natürlich kann man auch Gemüse fermentieren, um seine
Haltbarkeit zu verlängern.
- 2,5 kg Obst und Nüsse - Nüsse sind einfach in der Lagerung; bei Obst muss man darauf achten, dass es entweder eingeweckt oder getrocknet ist oder gut lagerfähige Sorten, wie etwa Äpfel,
Physalis, Melonen, Orangen, Ananas oder Birnen. Diese müssen in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.
- 2,6 kg Milch und Milchprodukte - am einfachsten zum Lagern sind H-Produkte, also zum Beispiel H-Milch und H-Sahne. Man kann auch ein noch sehr viel länger haltbares Milchpulver dahaben.
Sowohl H-Milch als auch Milchpulver gibt es auch als pflanzliche Alternative.
- 1,5 kg Fisch, Fleisch und Eier - diese zählen zu den am ehesten verderblichen Lebensmitteln, daher müssen sie als Konserve (z.B. Sardellen aus der Dose, eingekochter Gulasch, Leberwurst oder
Entenconfit im Glas) oder getrocknet (Beef Jerky, trockene Salami, ganzer, geräucherter Schinken) oder eingefroren gelagert werden. Als pflanzliche Alternative bieten sich (Räucher-)Tofu, Tempeh
oder Seitanprodukte an: Wenn diese nicht im Kühlregal des Supermarkts angeboten werden, bedürfen sie auch keiner Kühlung zu Hause und sind oft recht lange haltbar. Auch Mehle aus Hülsenfrüchten
wie Kichererbsen oder Linsen sind eine prima Idee, zum Beispiel für herzhafte Bratlinge oder Pfannkuchen. Eier sind frisch 4 (ungekühlt) bis 6 (gekühlt) Wochen haltbar. Eigene Eier könnte man mit
einer Löschkalklösung etwa ein Jahr haltbar machen. Da aber nicht jede*r Hühner hat und es mit gewaschenen Eiern nicht funktioniert, kann man über den Kauf von Volleipulver nachdenken (und es
gibt auch H-Vollei im Tetrapack).
- 360 g Fett - zum Beispiel Raps- oder Olivenöl. Auch kaltgepresste Öle kann man zum Braten nutzen, sofern man sie nicht über ihren Rauchpunkt erhitzt. Auch Mayonnaise in der Tube hat meist ein
langes Mindesthaltbarkeitsdatum.
- Zucker, Salz, Gewürze, lösliche Brühe - da diese Lebensmittel in getrocknetem Zustand angeboten werden, ist die Vorratslagerung hier gar kein Problem.
- Sonstiges - Kaffee (vielleicht sogar gleich löslichen), Tee, Honig, Marmeladen, Naschkram, aber auch Fertiggerichte (gekauft oder selbst eingeweckt) wie z.B. Kürbissuppe, Minestrone,
Bolognesesoße, indisches Linsengemüse, Ravioli, Kartoffelbreipulver, Hartkekse, Salzstangen, ...
Alle Tiefkühlprodukte zählen natürlich auch zum Lagerbestand, müssen aber im Falles eines Stromausfalls als erstes verzehrt werden.
Wo man die Dinge richtig lagert erklärt hervorragend dieses Lager-ABC der Verbraucherzentrale.
Im Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen,
herausgegeben vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, findet man diese Liste als Checkliste, die man abhaken kann, zusammen mit anderen wichtigen Ausrüstungsgegenständen wie
Kurbelradio, Hausapotheke, Notgepäck, usw.